Schröpfen – Mit Unterdruck gegen Verklebungen

Schröpfgläser mit Saugball, massage-ketsch.de

 

Spätestens seit Michael Phelps ist es  in aller Munde: Das Schröpfen. Dabei ist diese Behandlungsmethode schon seit tausenden von Jahren in Europa und Asien bekannt.

Bei der Schröpfhebandlung wird mit Hilfe von saugglockenartigen Gläsern – sog. Schröpfgläsern oder Schröpfköpfen – ein Unterdruck auf der Haut erzeugt. Traditionell geschieht das mit einem brennenden Wattebausch, der kurz in das Schröpfglas gehalten wird. Wird das Glas auf die Haut gesetzt und kühlt sich die Luft ab, wird die Haut eingesogen. Das regt die Durchblutung und den Lymphfluss an. Der Unterdruck setzt an diesen Stellen auch einen Reiz auf die Muskulatur oder innere Organe, der die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen kann.

Die Lage der Gläser orientiert sich an muskulären Verhärtungen, faszialen Verklebungen oder Reflexzonen am Körper.
In der physikalischen Therapie haben sich Gläser mit einer Absaugvorrichtung bewährt,  da man dadurch auch an schwer zugänglichen Stellen arbeiten kann. Für den Hausgebrauch  eignet sich die Saugball-Vairante (Titelbild).

Bunter Nebeneffekt

Der Unterdruck und die Gefäßerweiterung können hämatomartige Flecken auf der Haut hervorrufen,  sog.  Extravasat.
Diese Verfärung verschwindet in der Regel innerhalb von ein paar Tagen wieder.

Es gibt drei  Schröpfarten

Trockenes Schröpfen
Hier setzt der Therapeut oft mehrere Schröpfköpfe für eine bestimmte Zeit an unversehrte Hautstellen. Diese Methode kann bei chronischen Beschwerden angewendet werden.

Blutiges Schröpfen
Bevor die Gläser gesetzt werden, ritzt der Therapeut die Haut mit einer Lanzette etwas an. Durch den Unterdruck kann das im Gewebe gestaute  Blut und die damit verbundenen Schadstoffe verstärkt aus  dem verletzten Gewebe  herausgezogen werden. Blutiges Schröpfen zählt zu den Ausleitungsverfahen und wird ausschließlich von Ärzten oder Heilpraktikern z.B. bei akuten Beschwerden angewendet.


Schröpfkopfmassage
Eine in der Physikalischen Praxis gängige Methode ist die Schröpfkopfmassage. Statt mit den Händen wird der Patient hier mit dem Schröpfglas massiert. Durch den Unterdruck erreiche ich hier  eine tiefere Gewebsschicht.  Das kann Muskelverspannungen und Verklebungen von Faszien (Muskelhäute) lösen. Nach der Massage breitet sich oft eine angenehme und wohlige Wärme aus.

Hier ist Vorsicht geboten

Es gibt eine Reihe von Kontraindikationen bei der Schröpfbehandlung. Sie darf nicht angewendet werden bei

  • Diabetes
  • Blutungsneigung (z.B. Gerinnungsstörung oder Einnahme von Marcumar)
  • Hautverletzungen, direkt auf dem betroffenen Areal (z.B. Sonnenbrand, Schnittwunden, Krampfadern)
  • frischen Operationen
  • Entzündliche Erkrankungen

Bitte sprechen Sie hier im Zweifel erst mit Ihrem Arzt.

 

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